Wer ein Smartphone hat, nutzt ein Betriebssystem - also die Software, mit der ein Nutzer das kleine Technikwunder bedient. Auch bei diesen Betriebssystemen hat der Kunde eine beachtliche Auswahl - wenngleich er das nicht immer weiß. Denn mit dem smarten Telefongerät kauft man auch das Betriebssystem mit. Wer will, kann beim Einkauf durchaus darauf achten und bei der Wahl nicht nur nach der Hardware schauen, sondern auch die Benutzerfreundlichkeit des Betriebssystems in seine Überlegungen mit einbeziehen. Wie wichtig das Betriebssystem für die Kaufentscheidung ist, zeigte vor einiger Zeit eine Studie des Marktanalysten Compete: Smartphone-Käufer halten das Betriebssytsem für wesentlicher als eine integrierte Kamera oder einen Musikspieler. Das hat einen einfachen Grund: Diese Kunden kommen aus dem Wirtschafts-Bereich - sie wollen ein Gerät mit dem sie schnell und zuverlässig arbeiten können. Umgekehrt gilt: Wer viel Wert auf Multimedia legt, für den ist das Betriebssystem weniger wichtig. Auf dem Markt gibt es im wesentlichen folgende Auswahl: Fest an eine Mobiltelefon-Marke gebunden sind die Betriebssysteme RIM OS (RIM/Blackberry), das Mac OS X (iPhone) und webOS (Palm). Auf Handys verschiedener Marken befinden sich der Marktführer Symbian (Nokia, Siemens, Sony Ericsson, Arima, BenQ, Lenovo, Panasonic, Samsung, LG, Motorola oder Sendo), Windows Mobile (beispielsweise bei Asus, Samsung, Motorola, Sony Ericsson, HTC) sowie das unter der Regie von Google entwickelte und als freie Software erhältliche Android (auf Modellen von HTC, Samsung, Motorola und LG).

Der Marktführer: Symbian Von Symbian gibt es als Ableger verschiedene Benutzeroberflächen: Weit verbreitet insbesondere auf Nokia-Mobiltelefonen ist die Variante S 60, bei Nokia und Samsung gibt es mittlerweile eine S60 5th Edition, die auch auf Geräten mit Sensorbildschirm läuft. Eine andere Symbian-Benutzeroberfläche ist UIQ, das beispielsweise bei Samsung oder Motorola eingesetzt aber mittlerweile nicht mehr weiter entwickelt wird. Experten nennen als Plus dieser Software seine Vielfalt an Funktionen. Und was nicht von Haus aus auf dem Handy ist, kann als Applikation beigefügt werden: Mit an Bord sind mobile Office-Anwendungen, welche die gängigen Microsoft-Formate unterstützen, es gibt einen guten Datenabgleich mit der Standardsoftware Microsoft Outlook, dazu kommen überdurchschnittliche Multimedia-Qualitäten. Und auch in punkto Sicherheit legt man - seit die ersten Handy-Schädlinge auftauchten - Wert auf große Aktualität.

Die Herausforderer: Windows Mobile und Android Während Symbian vom Handy-Hersteller Nokia vorangetrieben wird, kommt das Windows Mobile vom Branchen-Fremdling Microsoft. Der Vorteil für alle, die bei neuen Geräten Probleme haben: Microsoft bemüht sich durch ein angepasstes Aussehen dem Nutzer das Gefühl zu geben, dass er hier schon einiges von der Microsoft-Benutzeroberfläche des heimischen PC kennt. So ist die Version 6 der neuesten Windows-Errungenschaft Vista nachempfunden. Nutzer bemängeln allerdings hin und wieder, dass das Windows-Betriebssystem auf Smartphones nicht allzu schnell ist. Geboten wird neben Zutaten wie dem mobilen Internet Explorer und dem mobilen Windows Media Player das Kernstück des Windwos Mobile: Das Office Mobile. Experten sind sich einig: Seine Stärken hat Windows Mobile zweifelsohne in diesem Bereich: Solchermaßen gerüstet ist die Kommunikation mit anderen Windows-PC für den Nutzer kein Problem mehr, hier kann Windows Mobile seine ganze Stärke zeigen.. Der Neuling Android dagegen konzentriert sich vor allem auf die mobile Nutzung des Internet, wo er deutlich punktet. Schwächer ist er dagegen im Office-Bereich, hier muss man einiges nachrüsten zur reibungslosen Kommunikation mit Microsoft-Lösungen. Auch bei Erweiterungen und Zusatzsoftware ist (noch) nicht all zuviel da. Die zusätzlichen Anwendungen gibt es beispielsweise im Android Market, einer offenen Plattform.

Die Markensoftware Apple setzt sein Mac OS X auf den berühmten iPhones ein. Das Betriebssystem zeichnet sich durch leichte und einfache Bedienung aus, wer zuhause einen Mac stehen hat, wird darüber hinaus auf bekannte Programme wie den Safari-Browser stoßen. Die Kommunikation mit Microsoft Outlook klappt problemlos, im sogenannten AppStore gibt es Zusatzanwendungen. Doch anders als bei dem offenen Symbian werden diese strikt von Apple kontrolliert. Glanzstück des RIM-OS ist der sogenannte E-Mail-Push-Dienst. Das Betriebssystem des Blackberry ist einfach zu bedienen, hat aber eine Fülle von Funktionen - da braucht es einige Zeit bis man alles in den Griff bekommt. Ähnlich wie bei Apple gibt es auch hier eine Möglichkeit, über das sogenannte Application Center zusätzliche Software herunterzuladen Ganz neu auf dem Markt ist das Betriebssystem webOS von Palm, das im neuen Palm Pre läuft. Tester kamen zu einem durchwachsenen Urteil: Der Web-Browser arbeitete stabil und schnell, mit dem Dokumentenbetrachter könne man immerhin gängige Office-Dokumente anschauen., wenn auch nicht bearbeiten. Als viel zu umständlich wurde der Datenabgleich mit Office-Outlook kritisiert.

Ausblick Gut am Markt vertreten sind zweifelsohne die Betriebssysteme Symbian und Windows Mobile, die auf vielen Marken zum Einsatz kommen und die wichtigsten Office-Aufgaben gut erledigen. Android kann womöglich aufholen, sobald immer mehr Zusatzprogramme entwickelt und verfügbar sind. Markentreue Kunden werden auch weiter ihren Blackberry oder ihr iphone kaufen samt der dazugehörigen Betriebssysteme.